Bauhofmitarbeiter aus fünf Gemeinden bildeten sich zum Umgang mit invasiven Pflanzenarten weiter
Wie erkennt man invasive Neophyten? Warum stellen sie eine Gefahr für unsere heimische Natur dar? Und was kann jede und jeder Einzelne dazu beitragen, ihre Ausbreitung einzudämmen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich kürzlich die Bauhofmitarbeiter der Gemeinden Weinburg, Hofstetten-Grünau, Kirchberg an der Pielach, Frankenfels und Schwarzenbach an der Pielach bei einer Schulung der KLAR! Pielachtal.
Referent Felix Hagen von Natur im Garten vermittelte zunächst in einem theoretischen Vortrag die Grundlagen zum Thema Neophyten. Er erklärte, was Neophyten überhaupt sind, wodurch sich invasive Arten auszeichnen und welche Pflanzen in unserer Region besondere Herausforderungen darstellen. Im Fokus standen dabei unter anderem der Staudenknöterich, der sich vor allem entlang von Gewässern stark ausbreitet und heimische Pflanzen verdrängen kann.
Im Anschluss an den Vortrag ging es direkt hinaus ins Gelände. Entlang der Pielach wurden verschiedene Neophytenbestände besichtigt und gemeinsam über geeignete Eindämmungsmaßnahmen diskutiert. Vor Ort zeigte Felix Hagen auf, welche Maßnahmen in der Praxis sinnvoll sind und worauf bei der Bekämpfung besonders zu achten ist.
Ein zentrales Fazit der Schulung war, dass die Bekämpfung invasiver Neophyten keine einmalige Aktion, sondern eine langfristige Aufgabe ist. Nur durch konsequente Pflege, regelmäßige Kontrollen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten kann ihre weitere Ausbreitung nachhaltig eingedämmt werden.
Doch nicht nur Gemeinden und Bauhöfe sind gefragt – auch die Bevölkerung kann einen wichtigen Beitrag leisten. Viele invasive Pflanzen breiten sich unbeabsichtigt durch den Menschen weiter aus. Gartenabfälle oder Pflanzenreste sollten daher niemals im Wald, auf Böschungen oder entlang von Gewässern entsorgt werden. Gerade beim Staudenknöterich können bereits kleinste Wurzel- oder Sprossstücke wieder austreiben und neue Bestände bilden. Auch auf dem eigenen Kompost haben invasive Pflanzen – insbesondere wenn sie Samen tragen oder sich über Wurzelteile vermehren – nichts verloren. Eine fachgerechte Entsorgung über die dafür vorgesehenen Sammelstellen hilft, eine weitere Verbreitung zu verhindern.
„Die Ausbreitung invasiver Neophyten betrifft uns alle. Gemeinden leisten mit regelmäßigen Pflegemaßnahmen einen wichtigen Beitrag, langfristig erfolgreich können wir aber nur sein, wenn auch die Bevölkerung mitmacht. Jeder kann helfen – indem Gartenabfälle richtig entsorgt, invasive Pflanzen frühzeitig erkannt und heimische Arten im Garten gefördert werden. Gleichzeitig braucht es auch eine gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Fachorganisationen und übergeordneten Stellen, um die Ausbreitung dieser Pflanzen langfristig einzudämmen“, erklärt Lotte Riesenhuber, KLAR!-Managerin der KLAR! Pielachtal.
Mit der Schulung leistet die KLAR! Pielachtal einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und zum Wissensaustausch zwischen den Gemeinden. Ziel ist es, invasive Neophyten frühzeitig zu erkennen, fachgerecht zu bekämpfen und damit die heimische Artenvielfalt sowie wertvolle Lebensräume entlang der Pielach langfristig zu schützen.
Rückfragehinweise:
Mag. (FH) Lotte Riesenhuber
KLAR! Managerin
M: 0676/9568289

Bild mit mehreren Bauhofmitarbeiter bei der Schulung

Email: l.riesenhuber@pielachtal.at
www.klar.pielchatal.at